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Kunststoffrecycling: bvse will Trendwende 30. Juni 2010 von: Redaktion Recycling Technology
Bad Neuenahr – Es wird zu viel Kunststoff verbrannt. Studien belegen, dass 52 Prozent der Kunststoffe energetisch genutzt werden, während nur 45 Prozent stofflich verwertet werden. Tendenz steigend. Der Vizepräsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. Herbert Snell wies in einem Pressegespräch im Rahmen des 13. Internationalen Altkunststoff-Tages darauf hin, dass die zunehmende energetische Nutzung der Kunststoffe nicht nur allen Vorgaben zur Nachhaltigkeit widerspreche, sondern auch eine sinnlose Verschwendung des hohen Nutzpotentials der Kunststoffe darstelle. Das werkstoffliche Kunststoffrecycling sei nämlich, so Snell, in besonderer Weise nachhaltig. Es enthalte beide Komponenten: Einerseits den Energieinhalt des Materials und andererseits die bei der Herstellung der Kunststoffe aufgewandte Energie. Tatsache ist, dass Kunststoff in hohem Maß aus Erdöl besteht. Für jede Tonne an Kunststoffen werden mehr als zwei Tonnen Erdöl für das Kunststoffvormaterial benötigt. Bei einer energetischen Nutzung wird aber nur der Teil der Energie genutzt, die das Erdöl eingebracht hat, die Energie zur Herstellung der Kunststoffe geht bei der Verbrennung jedoch unwiederbringlich verloren. Der bvse-Vizepräsident wies zudem auf das spezifische Einsparungspotential des werkstofflichen Kunststoffrecycling für die CO2-Bilanzen hin. Eine Studie des Fraunhofer Institutes UMSICHT zeigt, welches CO2-Einsparpotential das Kunststoffrecycling generiert. Der bvse-Vizepräsident kündigte darüber hinaus auch eine eigene Studie seines Verbandes an, die vor allem mit unternehmensspezifischen Berechnungen die Nachhaltigkeit des werkstofflichen Kunststoffrecycling aufzeigen soll. So fehlt es unter anderem auch an einem effektiven Stoffstrommanagement für Altkunststoffe. In Zukunft müssten besser und zielgerichteter als bisher diejenigen Kunststoffarten identifiziert werden, die sich für das Recycling eignen, und diese müssten dann auch konsequent den entsprechenden Verwertungsbetrieben verfügbar gemacht werden. Außerdem sollten die Kunststoffarten separiert werden, die zwar nicht sinnvoll recycelt werden können, sich allerdings für eine hochwertige energetische Verwertung, beispielsweise zur Aufbereitung als Ersatzbrennstoffe, eignen. Bildquelle: RT
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